Alle Kategorien anzeigen

Nach HDD und SSD folgt NVMe

Dank Flash-Speicherchips und unbeweglicher Teile sind Solid State Laufwerke (SSD) schneller, effizienter, leiser und langlebiger als Festplatten (HDD). Das war jedoch erst der Anfang, denn NVMe-Laufwerke setzen zur nächsten potenziellen Revolution an.


Was galt bisher?

Festplatten dienen als günstige Speicher für große Datenmengen. Auf SSDs sollte das Betriebssystem installiert werden und Applikationen laufen – so kann man beide Systeme gut kombinieren und schnelle Leistung auf verschiedensten PCs und Notebooks erreichen, denn SSDs können Wartezeiten eliminieren. Der Schritt von Festplatte zu SSD war bislang leicht, denn beides wird über eine Serial-ATA-Schnittstelle (SATA) mit dem System verbunden.

Was ändert sich?

SSDs wie die Samsung Modelle 850 EVO und 850 PRO sind effizient und schnell. Allerdings ist ihre Leistungsfähigkeit zumindest durch die SATA-Schnittstelle limitiert. Das liegt nicht nur an der Bandbreite, die in der Praxis höchstens 550 MB/s erreicht. Vielmehr wurde SATA für Festplatten (HDDs) konzipiert: Zur Bewältigung von hunderttausenden Datenbewegungen pro Sekunde, so genannten IOPS (I/O-Operationen pro Sekunde) war die Festplatten-Schnittstelle nie gedacht.

SSDs mit NVMe sind die Zukunft

Die Einführung von NVMe (Non-Volatile Memory Express) für SSDs bietet die Möglichkeit, dass Laufwerke mit dem Prozessor direkt kommunizieren. Die neue SSD 960 Serie bietet so bis zu 3.500 MB/s Transferrate und bis zu 440.000 IOPS. SSDs ermöglichen mit NVMe eine neue Stufe der Leistungsfähigkeit, doch ein paar Voraussetzungen
müssen dazu beachtet werden.

Voraussetzungen für schnelle Systeme mit NVMe-Laufwerken

Für SSDs mit SATA-Schnittstelle genügte ein modernes Windows ab Version 7. Für NVMe-Laufwerke gilt dies grundsätzlich auch, allerdings müssen Hardware und Software für den neuen Standard auch im Detail bereit sein:

NVMe-Laufwerke haben keine Kabelsteckverbindung, sondern einen flachen Stecksockel nach M.2-Standard, in welchen das flache Laufwerk eingeschoben und eingerastet wird.

Ein ständiger Luftstrom über dem Laufwerk ist empfehlenswert, damit das Laufwerk im Betrieb aus Temperaturgründen nicht die Leistung drosselt.

Vorsicht:

M.2 gibt es schon länger und ist daher in manchen Systemen für die Verwendung mit M.2-Laufwerken auf Basis der SATA-Schnittstelle ausgelegt. Notwendig ist jedoch ein M.2-Sockel mit NVMe-Unterstützung, sonst funktioniert die 960 Serie gar nicht.

Auch wenn die SSD 960 EVO oder 960 PRO in einem M.2-Sockel mit NVMe funktioniert, so ist diese oftmals bei älteren Systemen nicht zwangsläufig bootbar.

Bitte prüfen Sie auf der Website Ihres PC-Herstellers bzw. Motherboards, ob die Kompatibilität auch die Bootfähigkeit einschließt. Oft finden sich dazu im BIOS bzw. der UEFI-Firmware Menüpunkte, um dies zu aktivieren. Auf aktuelleren Systemen wie etwa Intel Z170-Plattformen gibt es keine Probleme.

Darüber hinaus bieten manche M.2 Slots keine ausreichende PCI-Express-Bandbreite:

PCIe Revision 3.0 mit x4 (vier Lanes) sind für die volle Leistung der 960er Serie notwendig. Hin und wieder findet sich PCIe 3.0 oder 2.0 mit x2 (zwei Lanes) – das schränkt die Leistungsfähigkeit ein.

NVMe-Treiber

Unter Windows 7, 8 und 10 laufen Samsung SSDs mit NVMe am besten mit dem eigenen NVMe-Treiber, derzeit Version 2.2.

Der Microsoft-Treiber kann weniger Leistung liefern.

System Upgrade

Im Fall eines Upgrades sollte der Samsung NVMe-Treiber auf dem Zielsystem installiert werden, noch bevor die Windows-Installation auf die neue Samsung SSD 960 überspielt wird. Ansonsten kann das umgezogene System mangels Treiber unter Umständen nicht bootfähig sein.

Auf manchen Systemen sind die Ressourcen begrenzt.

Die Aktivierung eines M.2-Sockels kann möglicherweise einen oder mehrere SATA-Anschlüsse deaktivieren. Bitte prüfen Sie solche Abhängigkeiten, sollten Sie zahlreiche Laufwerke einsetzen wollen.

Stimmt die Leistung am Ende noch nicht?

Oft sind Energiesparfunktionen ein Grund, dass die maximale Leistung von NVMe-Laufwerken nicht erreicht wird. Prüfen Sie das Energiesparschema in der Systemsteuerung unter \Hardware und Sound\Energieoptionen.

NVMe-Empfehlungen

Für Multimedia-Anwender und Gamer bietet die Samsung SSD 960 EVO ein gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis und Kapazitäten bis zu 1 TB. Profis und Power Users erhalten mit der 960 PRO noch mehr Performance und Kapazitäten bis zu 2 TB.

Schließen